STATE STREET-PREIS FÜR FINANZJOURNALISTEN 2008 IN FRANKFURT AM MAIN VERGEBENAuszeichnungen für Susanne Bergius, Raimund Brichta, Patrick Eisele, Ingo Narat, Maik Rodewald, Lucas Zeise und das "Geld"-Team der Süddeutschen Zeitung
"Wir freuen uns über die große Resonanz auf den Journalistenpreis, die sich in einer abermals gestiegenen Zahl von Einreichungen widerspiegelt", erklärte Jörg Ambrosius, Geschäftsführer der State Street Bank in Deutschland. Wolfgang Hötzendorfer, Geschäftsführer von State Street Global Advisors, hob die hohe Bedeutung des kritischen Journalismus hervor, die in diesem Jahr von der unabhängigen Jury besonders gewürdigt wurde: "Gerade in diesen Zeiten braucht die Finanzindustrie kritische und faire Beobachter, Journalisten, die nachfragen und auch gegen die Mehrheitsmeinung argumentieren."
Den Hauptpreis in der Kategorie "Innovationen in der institutionellen Vermögensverwaltung" erhielt der n-tv-Moderator Raimund Brichta für eine Glosse auf der sendereigenen Website www.teleboerse.de. Das Stück trägt den Titel "Schampus aus Abwasser" und setzt sich kritisch und unterhaltsam mit dem Problem der Verbriefung von Krediten auseinander. Eine besondere Würdigung erhielt die Journalistin Susanne Bergius für den ZEIT-Beitrag "Kuponschneider für den Klimaschutz", der sich mit dem Thema nachhaltiges Investieren befasst, sowie für eine 16-teilige Serie auf ZEIT Online zum gleichen Thema.
In der Kategorie "Risikomanagement in der institutionellen Vermögensverwaltung" sprach die Jury den Hauptpreis Patrick Eisele von Portfolio institutionell zu. Er hatte eine Arbeit unter dem Titel "Ausstieg aus dem Zug der Lemminge" eingereicht. Der Beitrag analysiert das gleichgerichtete Verhalten institutioneller Investoren, die in großer Zahl Markttrends folgen und dabei häufig Alternativen ignorieren. Gleich zwei besondere Würdigungen gingen in dieser Kategorie an Ingo Narat vom Handelsblatt für den Bericht "Anleger müssen umdenken" sowie an Maik Rodewald von dpn Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten für das Wortlaut-Interview "Vorsicht, Finanzaufsicht" mit dem Governor der London School of Economics, Avinash Persaud. Die Jury, der in diesem Jahr mit Prof. Dr. Christoph Moss und Dieter Balkhausen zwei langjährige Wirtschaftjournalisten angehörten, betonte im Zusammenhang mit der Prämierung von Rodewald die besondere Bedeutung von Wortlaut-Interviews für das Verhältnis zwischen Medien und Marktakteuren. Die Arbeit von Narat wurde aus zwei Gründen ausgezeichnet: Zum einen, weil der Beitrag bereits Anfang 2007 vor der Gefahr gleichlaufender Märkte warnte, zum anderen, weil der Artikel in einer langen Reihe gut recherchierter Beiträge steht, in denen der Autor latent aktuelle Themen zu nachrichtenstarken Berichten aufbereitet.
In der dritten Kategorie "Innovatives redaktionelles Konzept" machte der in diesem Jahr komplett neu entwickelte "Geld"-Teil der Süddeutschen Zeitung das Rennen. Die Redaktion setze hier, so die Meinung der Jury, eine ihrer größten Stärken, die Darstellungsform der Reportage, wirkungsvoll in der Wirtschafts- und Finanzberichterstattung ein. Dadurch ermögliche sie dem Leser neue Perspektiven auf relevante Themen.
Lucas Zeise, der für seine langjährige Berichterstattung und Kommentierung in der Financial Times Deutschland mit dem State Street-Finanzjournalistenpreis ausgezeichnet wurde, wurde von der Jury als Preisträger vorgeschlagen und ausgewählt. Zeise habe über Jahre hinweg der Mehrheitsmeinung am Kapitalmarkt widersprochen und oftmals recht behalten, hieß es auf der Veranstaltung in Frankfurt.
Der unabhängigen Jury des State Street-Finanzjournalistenpreises 2008 gehörten an:
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